Yoga bedeutet so viel wie „verbinden“. Ursprünglich in der Bedeutung von „anschirren“. Heute geht es darum, die Verbindung von Körper, Geist und Seele zu stärken und sich mit einem höheren Selbst und mit allen anderen Lebewesen zu verbinden. Yoga ist keine Religion, sondern ein altes Übungssystem, die das Leben bereichern und harmonisieren soll.

Die Ursprünge des Yogas liegen in der Suche nach den grundlegenden Fragen des Lebens. Wer sind wir? Warum leiden wir? Wie können wir inneren Frieden und Gelassenheit finden? Yoga ist ein altes Übungssystem, das in Indien seit sehr langer Zeit erprobt und weiterentwickelt wird.

Heute praktizieren Menschen Yoga aus den verschiedensten Gründen:

  • Körperliche Gesundheit: Yoga kann bei der Entwicklung von mehr körperlicher Gesundheit helfen. Es verbessert die Flexibilität, Kraft und Haltung. Es kann dabei helfen, Beschwerden wie Rückenschmerzen abzubauen.
  • Mentale Gesundheit: Es kann helfen, Stress, Ängste und Depressionen zu lindern und geistige Klarheit und Fokus zu fördern.
  • Wiederum für andere ist Yoga eine spirituelle Praxis, um inneren Frieden und spirituelle Tiefe zu erfahren.
  • Yoga bringt auch Menschen zusammen und schafft eine positive Gemeinschaft und Kultur.

Der Mehrwert für den Einzelnen liegt in einer Verbesserung der körperlichen Vitalität durch Kräftigung, gesündere Nerven und bessere Durchblutung. Emotionale Stabilität kann durch einen besseren Umgang mit Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer gefördert werden. Achtsamkeit, kreative Energie und Konzentration bei der Yogapraxis fördern die geistige Klarheit. Letztlich kann das Gefühl einer spirituelen Verbindung entstehen. Manche sagen auch, dass Yoga schlummernde Talente und Fähigkeiten aktivieren kann.

Auch die Gesellschaft kann durch Yoga positiv beeinflusst werden. Indem Yoga Mitgefühl, Respekt und Frieden fördert, kann die Gesellschaft harmonischer werden. Eine gesündere Gesellschaft erfährt mehr Gesundheit und Wohlbefinden und damit weniger Belastungen durch Krankheiten und Stress. Yoga inspiriert auch zu einem bewußterem Leben. Das umfasst auch die ökologische und soziale Verantwortung.

Yoga besteht aus acht Bestandteilen, die in den Yoga Sutras von Patanjali beschrieben wurden: Ethische Prinzipien, innere Disziplin, Körperhaltungen, Atemübungen, Loslassen äußerer Ablenkungen, Konzentration, vollständige Einheit von Geist, Körper und Seele.

Insgesamt gibt es sechs Yogawege.

In westlichen Ländern ist Hatha-Yoga wahrscheinlich am bekanntesten. Hierzu gehören körperliche Übungen, Atemübungen, Entspannungstechniken und allgemein eine gesundere Lebensführung mit einer gesünderen (vegetarischen oder veganen) Ernährung. Hatha-Yoga wird häufig unter verschiedenen Bezeichnungen und auf verschiedene Weisen angeboten: Yin Yoga, Vinyasa Flow, Power Yoga usw. Alles, was die körperliche Praxis betrifft gehört zum Weg des Hatha-Yoga.

Kundalini-Yoga ist der Yoga der Energie. Hierbei geht es um die Reinigung des Astralkörpers, der Energiekanäle (Nadis) und der Energiezentren (Chakren). Im Grunde handelt es sich um Asanas des Hatha-Yogas, die aber länger gehalten werden. Zur Praxis gehören auch Mantras und Meditation. Ziel ist es, die Kundalini, eine Art Energie, zu aktivieren.

Karma-Yoga ist der Yoga des Tuns und des selbstlosen Dienstes. Das Schicksal soll als Chance verstanden werden, die Grenzen des Egos sollen zugunsten einer Verbindung mit allen Wesen aufgelöst werden. In der Praxis kann das heißen, auch Dinge zu tun, die nicht gefallen und trotzdem Freude dabei zu empfinden. Man tut, was getan werde muss, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, ein Beispiel hierfür ist die Eltern-Kind-Beziehung.

Unter Bhakti-Yoga versteht man alles, was das Herz öffnet. Es ist der Yoga der Liebe und Hingabe zu Gott. Das Singen von Mantras, Gebete, Rituale, Erzählen von Geschichten über Heilige und Mythen. Bhakti- und Karma-Yoga gehören zusammen, da zum selbstlosen Dienst auch Hingabe gehört.

Raja-Yoga ist der Weg der Geisteskontrolle. Hierzu gehören mentale Techniken und Meditation. Es geht darum zu verstehen, wie der menschliche Geist funktioniert und eine Art Bedienungsanleitung für ihn zu erhalten. Affirmationen, Visualisierungstechniken, Selbstbeobachtung, Achtsamkeitsübungen und die verschiedenen Meditationstechniken gehören hierzu.

Schließlich kommen wir zu den „Professoren“ unter den Yogis. Jnana-Yoga ist der Weg des Wissens. Hier werden philosophische Fragen gestellt wie: „Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens?“ usw. Hier beschäftigt man sich auch mit Themen wie Karma und Reinkarnation. Mit der Hilfe verschiedener Meditationstechniken soll man die Wahrheit und sich selbst intuitiv erfahren.

In der Praxis bietet sich an, verschiedene Wege mit einer individuell passenden Gewichtung in den Alltag zu integrieren. Yoga ist so umfassend und ganzheitlich, dass jeder für sich ausprobieren und herausfinden kann, was am meisten nützt.