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Gesundheit. Gelassenheit. Leichtigkeit.

Getting Started: Bekleidung und Ausrüstung

Das Wunderbare an Yoga ist, dass man es fast überall praktizieren kann. Du brauchst dazu nicht viele Sachen.

Was die Bekleidung betrifft, reicht etwas Komfortables, in dem Du Dich gut bewegen kannst. Es sollte zur Jahreszeit passen. Im Winter sind vielleicht ein Paar warme Socken und eine Trainingsjacke oder Sweatshirt praktisch, gerade in der Anfangs- und Endentspannung, wenn die Körpertemperatur fällt.

Die meisten Leute verwenden eine Yogamatte. Sie bietet eine gewisse Dämpfung für die Hände und Knie und Rutschfestigkeit für Positionen wie den herabschauenden Hund.

Wenn Du zu Hause übst und nicht auf ein komplettes Requisitenregal wie in einem Yogastudio zurückgreifen kannst, bieten sich fdolgende Hilfsmittel an:

  • Yogamatte: meist aus einem rutschfesten Material gefertigt mit einer Dicke von einigen Milimetern. Wenn Du die Matte nicht viel herumträgst und Du zu Hause einen Hartboden hast, würde ich eher eine dickere Yogamatte mit etwa 6 mm verwenden.
  • Yogaklotz- bzw. Yogablock: Diese benötigst Du, um Dich bei Positionen abzustützen, bei denen Du mit den Händen den Boden nicht erreichst, zum Beispiel beim Dreieck oder der Vorbeuge im Stehen.
  • Yogagurt: Wenn Du in bestimmten Stellungen Deine zehen nicht greifen kannst, lege einen Yogagurt um Deine Füße und halte ihn mit den Händen fest. Oder wenn Du im kreuzbeinigen Sitz meditierst, binde den Yogagurt von außen um Deine Beine und den Rücken. Die Beine werden so vom Yogagurt abgestützt und Du kannst Dich etwas mit dem Rücken hineinlehnen ohne, dass ein Rundrücken entsteht.
  • Bolster: Das ist eine längliche Rolle. Diese kannst Du in der Rückenlage zum Beispiel unter Deine Knie legen, um den unteren Rücken zu entlasten. Eine zusammengerollte Decke oder ein anderes Kissen kann diesen Zweck aber auch erfüllen. Ein Bolster kannst Du auch verwenden, um die Fisch-Position zu unterstützen.
  • Kniepolster: Manche kniende Positionen lassen sich bequemer mit einem Polster unter dem Knie machen. Es gibt spezielle Kniepolster, hier lässt sich aber auch eine Decke oder ein Handtuch falten oder einfach die Yogamatte so falten, dass zwei zusätzliche Lagen entstehen.
  • Decke: In der kalten Jahreszeit zum Zudecken bei der Anfangs- und Endentspannung. Durch Falten kann man sie auch als flaches Kissen, Rolle, Kniepolster und anderes verwenden.
  • Bis hier her ist eine gewisse Mindestausstattung abgedeckt. Je nach Anforderungen gibt es noch weitere Möglichkeiten:
  • Sitzkissen: Zum Meditieren, Ohmen oder singen von Mantras bietet sich ein Sitzkissen an. Man kann es auch als Sicherheit für den Kopf bei Krähe und Pfau verwenden oder ähnlich wie ein Bolster für herzöffnende Positionen. Viele haben nicht nur ein, sondern zwei runde Sitzkissen, weil eines zu flach ist.
  • Mondkissen: Das sind Kissen, die ähnlich wie ein Viertelmond geformt sind. Wer im kreuzbeinigen Sitz mit den Knien nicht auf den Boden kommt, kann diese damit abstützen. Bei der sitzenden Vorbeuge kann man es leicht unter das Gesäß schieben, um so zu etwas mehr Aufrichtung im Rücken zu kommen.
  • Meditationsbänckchen: Manche Leute können hiermit besser meditieren, wenn sie nicht 20 bis 30 Minuten lang kreuzbeinig sitzen möchten.
  • Kopfstandhocker: Das ist ein Hocker, bei dem man mit den Schultern auf Polstern steht und auf diese Weise die Vorzüge des Kopfstandes genießen möchte, ohne ihn zu beherrschen. Man kommt hier sehr bequem in die Position, benötigt nicht die Arm- und Schulterkraft, geht hinsichtlich der Halswirbelsäule kein Risiko ein und kann bei zu viel Schwung vorne einfach wieder auf den Beinen landen.
  • Schulterstandplatten: Insbesondere Menschen, die ihren Nacken nicht um 90 Grad abknicken können oder möchten, denn das wäre die korrekte Haltung beim Schulterstand, solten sogenannte Schulterstandplatten verwenden. Man kann sie auch durch zwei entsprechend gefaltete Decken ersetzen.
  • Meditationstimer: Eine Art Kurzzeitwecker, der am Ende der Meditationsdauer ein Geräusch oder Lichtsignal abgibt. Heute wird dazu häufig ein Smartphone mit einer entsprechenden App verwendet.
  • Yogawheel: Das ist schon speziell, es wird für das Üben von Rückbeugen verwendet. Man kann es auch zur Abstützung von Händen und Füßen verwenden oder für Gleichgewichtsübungen.

Diese Liste lässt sich noch weiter führen. Ich habe auch Leute gesehen, die bei bestimmten Stellungen oder beim Positionswechsel vom Kniesitz in den Langsitz Liegestützgriffe verwenden, um bei dieser Gelegenheit die Arme zu trainieren.

Schalte ab und bleibe fit mit Yoga

In den alten Asiatischen Lehren ist die Verbindung von körperlicher und geistiger Gesundheit schon lange bekannt. Yoga bedeutet „Verbindung“, also es verbindet Körper, Geist und Seele.

Wenn Du Yoga übst, fokussierst Du Dich ganz auf Deinen Körper. Das langsame Aussehen von Yoga kann täuschen. Viele Übungen haben es richtig in sich, wenn man sie korrekt ausführt und länger hält.

Von entspannend bis intensiv

Yogastunden können je nach gewünschter Intensität und Geschwindigkeit angepasst werden. Dabei reicht die Spannweite von nahezu reinen Entspannungskursen bis hin zu schnellen und fordernden Vinyasa-Flows. Wenn man Plankpositionen und andere Übungen einbaut ist auch ein Krafttraining möglich. Mit 108 nacheinander zügig ausgeführten Sonnengrüßen kannst Du auch ein gutes Cardio-Training erreichen, das nahezu den gesamten Körper übt. Ebenso ist Yoga in der Lage, Balance und Koordination zu schulen und die Körperwahrnehmung zu verbessern.

Aufgrund der vielfältgen Wirkungen von Yoga, wird es in der Yogatherapie auch für heilpraktische Zwecke eingesetzt und sogar viele Krankenkassen fördern die Teilnahme an eigens dazu zertifizierten Yogakursen, da diese beispielsweise Rückenbeschwerden lindern können oder – vorausgesetzt man beginnt frühzeitig genug – präventiv vielen Erkrankungen vorbeugen kann.

Frühzeitige Prävention schon als Kind möglich

Sogar Kinder können bereits mit Yoga beginnen. Da nicht alle Yogastellungen für Kinder geeignet sind, kann ein Yogalehrernder Übungen zusammenstellen, die für Kinder und ihrem jeweiligen Entwicklungszustand geeignet sind. Die heutigen Anforderungen in Schulen bringen einiges an Stress mit sich und das Aufkommen von Entwicklungen wie künstlicher Intelligenz wird zu neuen psychischen und emotionalen Herausforderungen führen. Darum ist es wichtig, wenn bereits Kinder spielerisch lernen, Achtsamkeit zu entwickeln, sich zu konzentrieren, eine längere Aufmerksamkeitsspanne zu bekommen und vor allen Dingen in jeder Situation gelassen und emotional stabil zu bleiben. Inzwischen gibt es schon für unsere Kleinsten Angebote wie beispielsweise Eltern-Kind-Yoga. Mit speziellen Yogastunden für Schwangere bereitet man sich nicht nur auf die Geburt vor, sondern auch das noch ungeborene Kind spürt, wenn die Mutter ausgeglichener und gelassener wird.

Alltagsintegration

Um von den vielen Vorzügen von Yoga zu profitieren muss niemand zum Mönch oder Einsiedler werden. Bereits mit kurzen Übungen von 15 bis 30 Minuten Dauer, die sich gut in den Alltag integrieren lassen, kannst Du spürbare Erfolge erreichen. In der Yogapraxis kommt es häufig zum Wechsel von Anspannung und Entspannung. Somit lernst Du, auch im Alltag nach stressigen Situationen schneller herunterzukommen. Auch das Kreisen von Gedanken um den Job kannst Du besser ausblenden und es gibt auch Übungen, die dabei helfen, schneller einzuschlafen. Somit lässt sich Yoga auch gut in den Alltag einbauen.

Welche Pläne hast Du bereits geschmiedet? Schließt Du Dich lieber einer Gruppe in einem Yogastudio oder der Volkshochschule an? Nutzt Du Kurse in Fitnessstudios? Oder übst Du lieber zu Hause für Dich, vielleicht mit einem Buch, einer App oder Onlineangeboten? Schreibe Deine Gedanken gerne in die Kommentare.

Beitragsbild von Anilsharma26 auf Pixabay

Der Februar – Übergang zwischen Dunkelheit und Licht

Namasté und Hallo ihr Lieben!

Der Februar ist der kürzeste Monat des Jahres. Er überbrückt die Zwischenzeit zwischen dem Winter und der Dunkelheit des Januars und dem Licht des Frühlings im März. Aufgrund seiner Kürze hat der Februar eine besondere Energie, die uns daran erinnert, daß auch kleine Zeiträume eine große Veränderung bringen können.

Im Februar verabschieden wir uns vom Winter mit seinen langen, kalten Nächten. Nun werden die Tage wieder länger. Es ist eine Zeit, in der wir alte Muster loslassen und Neues beginnen können. Ähnlich wie mancherorts der Schnee schmiltzt und wir allmählich die schwere Winterkleidung ablegen, können wir diese Zeit des Jahres nutzen, um uns von Überflüssigem zu befreien. Gehe in Dich ud reflektiere darüber, was Du hinter Dir lassen möchtest. Welche inneren Blockaden möchtest Du auflösen?

In Deiner Yogapraxis kannst Du dieses Loslassen mit sanften Drehhaltungen (auf Sanskrit Parivartanasana) unterstützen. Sanfte Drehungen wirken lösend auf Verspannungen und Blockaden der Muskulatur des Rückens und der Schultern sowie der Wirbelsäule. Drehungen halten die Wirbesläule flexibel, entspannen und dehnen die kleinen Zwischenräume zwischen den Wirbeln. Außerdem sorgen Drehstellungen für eine Massage der Organe im Bauch. Energetisch gesehen befinden sich in der Wirbelsäule und in ihren Verlängerungen die sieben wichtigsten Chakren, die durch Drehungen aktiviert und energetisiert werden können. Drehungen wirken auch energetisch ausgleichend. Auf der psychischen Ebene wirken Drehungen befreiend. Sie helfen, innere Blockaden zu lösen und emotionale Anspannungen loszulassen. Daher kann es manchmal vorkommen, dass nach dem Halten von Drehstellungen die eine oder andere Emotion aufkommt und sich löst.

Im Februar sprießen im Garten die Schneeglöckchen. Auch andere Pflanzen bilden bereits – unter der Oberfläche verborgen – ihre ersten Knospen. Hieran sehen wir, dass Wachstum im Verborgenen beginnt und eine gewisse Zeit benötigt. Im Februar, spätestens bis März, beginnen wir mit der Aussaat der ersten Samen bzw. dem Vorziehen von Tomaten und Paprika auf dem Fensterbrett. Nicht nur im Garten, sondern auch im Leben werfen wir neues Saatgut aus. Welche Absichten möchtest Du für Dich und die kommenden Monate setzen? Welche Träume und Projekte möchtest Du heranziehen?

Lege hierzu in Deiner Yogapraxis den Fokus auch auf Erdung und Stärkung. Standhaltungen wie der Krieger (Vira Bhadrasana) oder der Baum (Vrksasana) helfen Dir, eine stabile Basis zu schaffen, von der aus Du wachsen kannst.

Der Februar erinnert uns als Monat des Übergangs daran, in Balance zu bleiben und zwar zwischen Stille und Bewegung, zwischen Loslassen und Vorbereiten. Vertraue darauf, daß alles, was Du jetzt losläßt Raum für Neues schafft. Sei geduldig mit Dir selbst. Wachstum geschieht nicht über Nacht.

Wenn Du meditierst, erforsche die Qualität der Stille dieses Monats. Nimm Dir einfach einige Minuten Zeit, um zu atmen und zu spüren. Mit dem Abschied des Winters und dem Aufkommen des Frühlings kannst Du die Veränderung um Dich herum spüren. Vielleicht ist der Februar noch eine gute Zeit, um mit dem Meditieren zu beginnen. Noch ist es ruhig und einen kalten Morgen oder Abend kannst Du wunderbar verwenden, um mit einer kurzen Meditation zu beginnen, vielleicht nur für fünf Minuten einfach nur auf einem Stuhl sitzen und Deinen Atem spüren, wie fühlt sich der Luftzug an und in der Nase an? Lasse den Atem von selbst fließen und spüre einfach nur.

Ich wünsche Dir einen achtsamen Februar, erfüllt mit Klarheit, Ruhe und neuen Möglichkeiten.

Beitragsbild: _Alicja_

Der Januar – Entschleunigung und Neubeginn

Namaste und Hallo ihr Lieben!

Der Januar begrüßt uns mit einer frischen Brise. Draussen ist es noch kalt. Da bleiben wir doch eher zu Hause und nutzen die Gelegenheit zur Vertiefung der Yogapraxis und zur Selbstreflexion.

Was kommt, was geht?

Der Trubel um Weihnachten und Neujahr sowie das alte Jahr gehen im Januar. Gerade haben wir noch mit unseren Lieben zusammen Weihnachten und Silvester gefeiert, oder waren vielleicht auf einer Silvesterparty. Doch im Januar kehrt mit dem neuen Jahr Ruhe ein.

Nutze die Stille zum Auftanken

Wie wäre es mit einer kleinen Meditation? Setze Dich kreuzbeinig, mit einem Sitzkissen, kniend oder mit einem Meditationsbänkchen auf Deine Yogamatte. Oder setze Dich auf einen Stuhl, so wie es Dir bequem ist. Schließe die Augen, richte den Rücken auf. Komme mit jedem Atemzug mehr zur Ruhe. Dabei wird die Stille zu einem heilenden Raum, in dem Du Dich mit Deinem Innersten verbinden kannst.

Wärme Dich von Innen

Im Winter kuscheln wir uns gerne in Decken oder tragen einen dicken Pullover, um die Kälte von Außen fernzuhalten. Du kannst Dich aber auch von Innen wärmen. Dynamische Yogaflows spenden Wärme von Innen und beleben uns. Experimentiere mit Sonnengrüßen und kraftvollen Stellungen. Sie stimulieren Deine Lebensenergie und wärmen von Innen heraus.

Selbstreflexion zum Jahresbeginn

Der Januar ist ein Neubeginn. Nutze die Stille und die Ruhe und die Zeit, die Du eher drinnen verbringst zur Selbstreflexion. Vielleicht möchtest Du ein Journal schreiben. Wie ist das letzte Jahr gelaufen? Was war gut? Was würdest Du dieses Jahr anders machen? Wofür bist Du dankbar? Und gib auch negativen Gedanken Raum. Womit möchtest Du dieses Jahr beginnen? Was möchtest Du beenden?

Klarheit und Fokus durch Meditation

Die winterliche Atmosphäre des Januars gibt uns die Ruhe und die Zeit, unsere Gedanken zu klären und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Verschiedene Meditationstechniken bieten sich an, um innere Klarheit zu finden und um unseren Geist zu fokussieren. Sei es Atemmeditation, Achtsamkeitsübungen, Mantra- oder Eigenschaftsmeditation. Eine regelmäßige Meditationspraxis kann unsere Konzentrationsfähigkeit verbessern und kann uns helfen, unsere emotionale Resilienz zu stärken.

Gemütlichkeit und Wohlbefinden

Wenn es im Januar draußen schneit, stürmt oder einfach nur nasskaltes und ungemütliches Wetter hat, mache es Dir gemütlich und sorge für inneres Wohlbefinden. Sanfte Yogasequenzen, Yin-Yoga und entspannende Atemübungen sind eine Wohltat für unseren Körper und Geist. Sozusagen wie eine kuschelige Umarmung. Schenke Dir die Zeit, um in gemütlichen Asanas zu verweilen und die Kraft des Yoga zu erfahren.

Der Januar ist mehr, als nur ein Monat im Kalender. Auf den Trubel der Weihnachtszeit und der Neujahrsfeier folgen Ruhe, Entschleunigung und Zeit für die Selbstreflexion. Möge der Januar für Dich eine Zeit des Wachstums und des Neuanfangs sein.

Beitragsbild: _Alicja_

Zitat der Woche (KW52)

Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist.

Dieses Zitat stammt aus den Yoga-Sutras von Patanjali.

Unsere Gedanken sind immer in Bewegung. Es kommen Erinnerungen auf, sie springen von Emotion zu Emotion oder kreisen um Sorgen über die Zukunft oder Probleme bei der Arbeit usw. Patanjali nennt diese Bewegungen des Geistes auf Sanskrit „Vrittis“. Sie verursachen oft innere Unruhe und können uns daran hindern, im Hier und Jetzt zu sein.

Mit Yoga stehen uns Mittel zur Verfügung, um dieses Gedankenkarussel zu bändigen. Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr zu denken und völlig emotionslos zu werden. Vielmehr geht es darum, innerlich ruhiger zu werden und uns von Emotionen nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

Auf welche Weisen kann uns Yoga nun hilfreich sein?

Unter Pranayama versteht man Atemübungen. Unser Atem ist eine direkte Brücke zum Geist. Wenn wir unseren Atem kontrollieren, können wir auch den Geist beruhigen. Eine einfache und wirkungsvolle Übung ist beispielsweise die Bauchatmung. Lege Dich dazu auf den Rücken. Lege eine Hand auf den Bauch und Atme ruhig und gleichmäßig ein. Die Lungen füllen sich und der Bauch kommt nach vorne. Atme ruhig und gleichmäßig aus, die Lungen leeren sich und der Bauch senkt sich. Nehme auf diese Weise einige Atemzüge und spüre, wie Du dabei ruhiger wirst.

Mit dem Üben von Asanas (Körperhaltungen) können wir die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken. Indem wir uns auf die Asana konzentrieren, nehmen die Gedanken wie von selbst ab. Asanas können auch helfen, den Körper besser zu spüren.

Auch Meditieren ist eine wirkungsvolle, wenn nicht sogar die wirkungsvollste Praxis, um den Geist zu beruhigen. Konzentriere Dich beispielsweise auf Deinen Atem und spüre den Luftzug in Deinen Nasenlöchern oder auf der Oberlippe. Du kannst Dich auf auf ein Mantra oder ein Bild konzentrieren.

Auch im Alltag, außerhalb der Yogamatte, können wir Achtsamkeit üben. Zum Beispiel beim Essen. Gehe am besten alleine zum Mittagessen. Sei in Gedanken ganz beim Essen und nirgendwo anders. Kaue und schmecke bewußt, nehme den Geruch des Essens wahr. Das langsame, bewußte Essen ist auch gesünder, als die Mahlzeit  hastig zwischendurch, während mit anderen zu sprechen, einzunehmen. Auch ein Spaziergang kann dabei helfen, achtsamer zu werden.

Erinnerst Du Dich noch an einen Moment, in dem Dein Geist vollkommen ruhig war und Du Dich mit der Welt im Einklang gefühlt hast? Vielleicht nach einer langen Yogapraxis oder bei einem Spaziergang in der Natur?

Wenn Du das nächste Mal auf der Yogamatte stehst, denke an dieses Zitat. Stelle Dir vor, wie Dich jede Bewegung, jeder Atemzug und jeder Moment der Stille näher an diesen Zustand bringt. Ruhe des Geistes, Gelassenheit und Leichtigkeit.

Hier ist ein kurzer Tipp zum besseren Entspannen beim Einschlafen. Viele zählen hier Schäfchen oder ihre Atemzüge. Ich persönlich habe bessere Erfahrungen damit gemacht, mir einen nächtlichen See mit völlig stiller im Mondlicht spiegelnden Wasseroberlfäche vorzustellen, etwa wie im Beitragsbild, denn das Zählen erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit, die eher länger wach hält.

Beitragsbild von Quang Le auf Pixabay

Entspanne Dich auf Deine Weise

Im Alltag kommen wir uns häufig getrieben vor. Wir können kaum etwas Ruhe finden. Die Folge davon sind anhaltender Stress, Verspannungen, schlechter Schaf und andere Beschwerden. Darum benötigen wir eine oder mehrere Methoden, um wieder zu Ruhe und Gelassenheit zurückzufinden.

Hier ist eine Auswahl an Methoden: 

Entspannen in der Stille

Um in der Stille zu entspannen, bieten sich folgende Wege an:

Meditation ist eine Methode der mentalen Entspannung. Hier kannst Du durch Stille und geführte Gedanken Ruhe finden. Yoga bietet hierzu eine ganze Auswahl von Meditationstechniken an. Es gibt stille Meditation, Meditation mit einem Mantra oder Affirmationen und andere. Auch das wiederholte Schreiben eines Mantras (Japa genannt) ist eine Art von Meditation. Wer eine künstlerische Ader hat, kann auch Mandalas auf meditative Weise zeichnen. 

Physische Entspannung kannst Du mit Hilfe der Progressiven Muskelentspannung (PME) erfahren. Ein Muskel, der für fünf Sekunden angespannt wird, kann danach umso besser entspannen. Bei der PME spannst Du verschiedene Muskelgruppen nacheinander an und entspannst diese wieder.

Entspannen bei Bewegung

Hier hast Du die Wahl zwischen statischen Stellungen (Asanas) und fließenden Bewegungen.

Das Einfachste ist die Meditation im Gehen. Je nachdem wie Du Dich fühlst, kannst Du zügig Walken und vielleicht dabei im Geiste ein Mantra wiederholen. Oder Du gehst langsam und bewusst, spürst die Abrollbewegung der Füße oder wenn Du barfuß gehst, die Beschaffenheit des Bodens, den Luftzug auf der Haut oder spürst in jedes Detail der Bewegung hinein. 

Beim klassischen Hatha-Yoga werden geistiger Fokus und körperliche Aktivitäten miteinander kombiniert. Dabei kräftigst Du Deinen Körper, steigerst die Flexibilität und Du kannst Stress abbauen.

Yogaflows wie beim Vinyasa-Yoga kombinieren Bewegung und kontrollierte Atmung. Ebenso bieten Tai Chi und Quigong Beruhigung für Körper und Geist. Die sanften Bewegungen eignen sich gut, um Muskelverspannungen zu lösen.

Je nach Typ, angestautem Frust, Ärger und Bewegungsbedürfnis kann auch eine Sportart weiterhelfen, bei der diese ein Ventil finden und mit kraftvoller körperlicher Aktivität abgebaut werden kann. Fitnessboxen, Sqash oder etwas ähnliches. Wichtig ist, dass man seinen ganzen Groll und Ärger beispielsweise an einen Sandsack oder einen Ball abgeben kann. Dabei sollte es aber nicht darum gehen, sich so auszupowern, dass man danach regungslos ins Bett fällt. Das ist keine Entspannung, sondern Ermattung. Es geht vielmehr darum, die Unruhe loszuwerden, um anschließend bereit zu sein, um sich bewusst z. B. mit einer Yogapraxis zu entspannen.

In einer Yogastunde können verschiedene Entspannungsmethoden kombiniert werden. Zum Beispiel beginnt die Anfangsentspannung mit einer progressiven Muskelentspannung. Es folgen die Asanas. Der Sonnengruß zu Beginn wird meist fließend und schneller ausgeführt, um den Körper aufzuwärmen. Es folgen Asanas, die statisch gehalten werden oder mit Variationen auch als dynamischer Flow ausgeführt werden können. Die Endentspannung wird wiederum mit einer progressiven Muskelentspannung eingeleitet. Es können Stille, eine Phantasiereise, Affirmationen und/oder eine Meditation folgen. Da ist für jeden etwas dabei. 

In einer Yogastunde geht es auch um den Wechsel von Anspannung und Entspannung. Manche Yogastellungen können anstrengend sein. Hierbei kannst Du den Wechsel von Anspannung und Entspannung üben, damit Dir dieser Wechsel auch im Alltag schneller gelingt. Bei fortgeschrittener Yogapraxis findet man Entspannung in der Anspannung. Das heißt, eine Stellung wird längere Zeit gehalten. Dabei werden aber nur die Muskeln angespannt, die gerade benötigt werden, um die Stellung zu halten, wohingegen der restliche Körper entspannt.

Wie dem auch sei, viele Wege führen zur Entspannung. Das Bedürfnis danach sollten wir ernst nehmen, da Entspannung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit sehr wichtig ist. Welche der oben genannten Methoden liegt Dir am besten? Oder nutzt Du vielleicht mehrere?

Was ist Yoga?

Yoga bedeutet so viel wie „verbinden“. Ursprünglich in der Bedeutung von „anschirren“. Heute geht es darum, die Verbindung von Körper, Geist und Seele zu stärken und sich mit einem höheren Selbst und mit allen anderen Lebewesen zu verbinden. Yoga ist keine Religion, sondern ein altes Übungssystem, die das Leben bereichern und harmonisieren soll.

Die Ursprünge des Yogas liegen in der Suche nach den grundlegenden Fragen des Lebens. Wer sind wir? Warum leiden wir? Wie können wir inneren Frieden und Gelassenheit finden? Yoga ist ein altes Übungssystem, das in Indien seit sehr langer Zeit erprobt und weiterentwickelt wird.

Heute praktizieren Menschen Yoga aus den verschiedensten Gründen:

  • Körperliche Gesundheit: Yoga kann bei der Entwicklung von mehr körperlicher Gesundheit helfen. Es verbessert die Flexibilität, Kraft und Haltung. Es kann dabei helfen, Beschwerden wie Rückenschmerzen abzubauen.
  • Mentale Gesundheit: Es kann helfen, Stress, Ängste und Depressionen zu lindern und geistige Klarheit und Fokus zu fördern.
  • Wiederum für andere ist Yoga eine spirituelle Praxis, um inneren Frieden und spirituelle Tiefe zu erfahren.
  • Yoga bringt auch Menschen zusammen und schafft eine positive Gemeinschaft und Kultur.

Der Mehrwert für den Einzelnen liegt in einer Verbesserung der körperlichen Vitalität durch Kräftigung, gesündere Nerven und bessere Durchblutung. Emotionale Stabilität kann durch einen besseren Umgang mit Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer gefördert werden. Achtsamkeit, kreative Energie und Konzentration bei der Yogapraxis fördern die geistige Klarheit. Letztlich kann das Gefühl einer spirituelen Verbindung entstehen. Manche sagen auch, dass Yoga schlummernde Talente und Fähigkeiten aktivieren kann.

Auch die Gesellschaft kann durch Yoga positiv beeinflusst werden. Indem Yoga Mitgefühl, Respekt und Frieden fördert, kann die Gesellschaft harmonischer werden. Eine gesündere Gesellschaft erfährt mehr Gesundheit und Wohlbefinden und damit weniger Belastungen durch Krankheiten und Stress. Yoga inspiriert auch zu einem bewußterem Leben. Das umfasst auch die ökologische und soziale Verantwortung.

Yoga besteht aus acht Bestandteilen, die in den Yoga Sutras von Patanjali beschrieben wurden: Ethische Prinzipien, innere Disziplin, Körperhaltungen, Atemübungen, Loslassen äußerer Ablenkungen, Konzentration, vollständige Einheit von Geist, Körper und Seele.

Insgesamt gibt es sechs Yogawege.

In westlichen Ländern ist Hatha-Yoga wahrscheinlich am bekanntesten. Hierzu gehören körperliche Übungen, Atemübungen, Entspannungstechniken und allgemein eine gesundere Lebensführung mit einer gesünderen (vegetarischen oder veganen) Ernährung. Hatha-Yoga wird häufig unter verschiedenen Bezeichnungen und auf verschiedene Weisen angeboten: Yin Yoga, Vinyasa Flow, Power Yoga usw. Alles, was die körperliche Praxis betrifft gehört zum Weg des Hatha-Yoga.

Kundalini-Yoga ist der Yoga der Energie. Hierbei geht es um die Reinigung des Astralkörpers, der Energiekanäle (Nadis) und der Energiezentren (Chakren). Im Grunde handelt es sich um Asanas des Hatha-Yogas, die aber länger gehalten werden. Zur Praxis gehören auch Mantras und Meditation. Ziel ist es, die Kundalini, eine Art Energie, zu aktivieren.

Karma-Yoga ist der Yoga des Tuns und des selbstlosen Dienstes. Das Schicksal soll als Chance verstanden werden, die Grenzen des Egos sollen zugunsten einer Verbindung mit allen Wesen aufgelöst werden. In der Praxis kann das heißen, auch Dinge zu tun, die nicht gefallen und trotzdem Freude dabei zu empfinden. Man tut, was getan werde muss, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, ein Beispiel hierfür ist die Eltern-Kind-Beziehung.

Unter Bhakti-Yoga versteht man alles, was das Herz öffnet. Es ist der Yoga der Liebe und Hingabe zu Gott. Das Singen von Mantras, Gebete, Rituale, Erzählen von Geschichten über Heilige und Mythen. Bhakti- und Karma-Yoga gehören zusammen, da zum selbstlosen Dienst auch Hingabe gehört.

Raja-Yoga ist der Weg der Geisteskontrolle. Hierzu gehören mentale Techniken und Meditation. Es geht darum zu verstehen, wie der menschliche Geist funktioniert und eine Art Bedienungsanleitung für ihn zu erhalten. Affirmationen, Visualisierungstechniken, Selbstbeobachtung, Achtsamkeitsübungen und die verschiedenen Meditationstechniken gehören hierzu.

Schließlich kommen wir zu den „Professoren“ unter den Yogis. Jnana-Yoga ist der Weg des Wissens. Hier werden philosophische Fragen gestellt wie: „Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens?“ usw. Hier beschäftigt man sich auch mit Themen wie Karma und Reinkarnation. Mit der Hilfe verschiedener Meditationstechniken soll man die Wahrheit und sich selbst intuitiv erfahren.

In der Praxis bietet sich an, verschiedene Wege mit einer individuell passenden Gewichtung in den Alltag zu integrieren. Yoga ist so umfassend und ganzheitlich, dass jeder für sich ausprobieren und herausfinden kann, was am meisten nützt.

Namaste liebe Yogafreunde

Namasté liebe Yogis,

Yoga ist meine große Leidenschaft. Ich bin zertifizierter Yogalehrer. Auf ichliebeyoga.de schreibe ich über Yoga, Meditation, Ayurveda, Achtsamkeit, die Philosophie dahinter und wie uns das Ganze helfen kann, besser zu leben.

Wie können wir mehr Gesundheit, weniger Stress, mehr Gelassenheit und Leichtigkeit im Leben erfahren?

Schaue gerne regelmäßig vorbei. Jede Woche erscheinen neue Beiträge.

Ganeshvara

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