Gesundheit. Gelassenheit. Leichtigkeit.

Monat: Dezember 2024

Zitat der Woche (KW52)

Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist.

Dieses Zitat stammt aus den Yoga-Sutras von Patanjali.

Unsere Gedanken sind immer in Bewegung. Es kommen Erinnerungen auf, sie springen von Emotion zu Emotion oder kreisen um Sorgen über die Zukunft oder Probleme bei der Arbeit usw. Patanjali nennt diese Bewegungen des Geistes auf Sanskrit „Vrittis“. Sie verursachen oft innere Unruhe und können uns daran hindern, im Hier und Jetzt zu sein.

Mit Yoga stehen uns Mittel zur Verfügung, um dieses Gedankenkarussel zu bändigen. Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr zu denken und völlig emotionslos zu werden. Vielmehr geht es darum, innerlich ruhiger zu werden und uns von Emotionen nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

Auf welche Weisen kann uns Yoga nun hilfreich sein?

Unter Pranayama versteht man Atemübungen. Unser Atem ist eine direkte Brücke zum Geist. Wenn wir unseren Atem kontrollieren, können wir auch den Geist beruhigen. Eine einfache und wirkungsvolle Übung ist beispielsweise die Bauchatmung. Lege Dich dazu auf den Rücken. Lege eine Hand auf den Bauch und Atme ruhig und gleichmäßig ein. Die Lungen füllen sich und der Bauch kommt nach vorne. Atme ruhig und gleichmäßig aus, die Lungen leeren sich und der Bauch senkt sich. Nehme auf diese Weise einige Atemzüge und spüre, wie Du dabei ruhiger wirst.

Mit dem Üben von Asanas (Körperhaltungen) können wir die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken. Indem wir uns auf die Asana konzentrieren, nehmen die Gedanken wie von selbst ab. Asanas können auch helfen, den Körper besser zu spüren.

Auch Meditieren ist eine wirkungsvolle, wenn nicht sogar die wirkungsvollste Praxis, um den Geist zu beruhigen. Konzentriere Dich beispielsweise auf Deinen Atem und spüre den Luftzug in Deinen Nasenlöchern oder auf der Oberlippe. Du kannst Dich auf auf ein Mantra oder ein Bild konzentrieren.

Auch im Alltag, außerhalb der Yogamatte, können wir Achtsamkeit üben. Zum Beispiel beim Essen. Gehe am besten alleine zum Mittagessen. Sei in Gedanken ganz beim Essen und nirgendwo anders. Kaue und schmecke bewußt, nehme den Geruch des Essens wahr. Das langsame, bewußte Essen ist auch gesünder, als die Mahlzeit  hastig zwischendurch, während mit anderen zu sprechen, einzunehmen. Auch ein Spaziergang kann dabei helfen, achtsamer zu werden.

Erinnerst Du Dich noch an einen Moment, in dem Dein Geist vollkommen ruhig war und Du Dich mit der Welt im Einklang gefühlt hast? Vielleicht nach einer langen Yogapraxis oder bei einem Spaziergang in der Natur?

Wenn Du das nächste Mal auf der Yogamatte stehst, denke an dieses Zitat. Stelle Dir vor, wie Dich jede Bewegung, jeder Atemzug und jeder Moment der Stille näher an diesen Zustand bringt. Ruhe des Geistes, Gelassenheit und Leichtigkeit.

Hier ist ein kurzer Tipp zum besseren Entspannen beim Einschlafen. Viele zählen hier Schäfchen oder ihre Atemzüge. Ich persönlich habe bessere Erfahrungen damit gemacht, mir einen nächtlichen See mit völlig stiller im Mondlicht spiegelnden Wasseroberlfäche vorzustellen, etwa wie im Beitragsbild, denn das Zählen erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit, die eher länger wach hält.

Beitragsbild von Quang Le auf Pixabay

Entspanne Dich auf Deine Weise

Im Alltag kommen wir uns häufig getrieben vor. Wir können kaum etwas Ruhe finden. Die Folge davon sind anhaltender Stress, Verspannungen, schlechter Schaf und andere Beschwerden. Darum benötigen wir eine oder mehrere Methoden, um wieder zu Ruhe und Gelassenheit zurückzufinden.

Hier ist eine Auswahl an Methoden: 

Entspannen in der Stille

Um in der Stille zu entspannen, bieten sich folgende Wege an:

Meditation ist eine Methode der mentalen Entspannung. Hier kannst Du durch Stille und geführte Gedanken Ruhe finden. Yoga bietet hierzu eine ganze Auswahl von Meditationstechniken an. Es gibt stille Meditation, Meditation mit einem Mantra oder Affirmationen und andere. Auch das wiederholte Schreiben eines Mantras (Japa genannt) ist eine Art von Meditation. Wer eine künstlerische Ader hat, kann auch Mandalas auf meditative Weise zeichnen. 

Physische Entspannung kannst Du mit Hilfe der Progressiven Muskelentspannung (PME) erfahren. Ein Muskel, der für fünf Sekunden angespannt wird, kann danach umso besser entspannen. Bei der PME spannst Du verschiedene Muskelgruppen nacheinander an und entspannst diese wieder.

Entspannen bei Bewegung

Hier hast Du die Wahl zwischen statischen Stellungen (Asanas) und fließenden Bewegungen.

Das Einfachste ist die Meditation im Gehen. Je nachdem wie Du Dich fühlst, kannst Du zügig Walken und vielleicht dabei im Geiste ein Mantra wiederholen. Oder Du gehst langsam und bewusst, spürst die Abrollbewegung der Füße oder wenn Du barfuß gehst, die Beschaffenheit des Bodens, den Luftzug auf der Haut oder spürst in jedes Detail der Bewegung hinein. 

Beim klassischen Hatha-Yoga werden geistiger Fokus und körperliche Aktivitäten miteinander kombiniert. Dabei kräftigst Du Deinen Körper, steigerst die Flexibilität und Du kannst Stress abbauen.

Yogaflows wie beim Vinyasa-Yoga kombinieren Bewegung und kontrollierte Atmung. Ebenso bieten Tai Chi und Quigong Beruhigung für Körper und Geist. Die sanften Bewegungen eignen sich gut, um Muskelverspannungen zu lösen.

Je nach Typ, angestautem Frust, Ärger und Bewegungsbedürfnis kann auch eine Sportart weiterhelfen, bei der diese ein Ventil finden und mit kraftvoller körperlicher Aktivität abgebaut werden kann. Fitnessboxen, Sqash oder etwas ähnliches. Wichtig ist, dass man seinen ganzen Groll und Ärger beispielsweise an einen Sandsack oder einen Ball abgeben kann. Dabei sollte es aber nicht darum gehen, sich so auszupowern, dass man danach regungslos ins Bett fällt. Das ist keine Entspannung, sondern Ermattung. Es geht vielmehr darum, die Unruhe loszuwerden, um anschließend bereit zu sein, um sich bewusst z. B. mit einer Yogapraxis zu entspannen.

In einer Yogastunde können verschiedene Entspannungsmethoden kombiniert werden. Zum Beispiel beginnt die Anfangsentspannung mit einer progressiven Muskelentspannung. Es folgen die Asanas. Der Sonnengruß zu Beginn wird meist fließend und schneller ausgeführt, um den Körper aufzuwärmen. Es folgen Asanas, die statisch gehalten werden oder mit Variationen auch als dynamischer Flow ausgeführt werden können. Die Endentspannung wird wiederum mit einer progressiven Muskelentspannung eingeleitet. Es können Stille, eine Phantasiereise, Affirmationen und/oder eine Meditation folgen. Da ist für jeden etwas dabei. 

In einer Yogastunde geht es auch um den Wechsel von Anspannung und Entspannung. Manche Yogastellungen können anstrengend sein. Hierbei kannst Du den Wechsel von Anspannung und Entspannung üben, damit Dir dieser Wechsel auch im Alltag schneller gelingt. Bei fortgeschrittener Yogapraxis findet man Entspannung in der Anspannung. Das heißt, eine Stellung wird längere Zeit gehalten. Dabei werden aber nur die Muskeln angespannt, die gerade benötigt werden, um die Stellung zu halten, wohingegen der restliche Körper entspannt.

Wie dem auch sei, viele Wege führen zur Entspannung. Das Bedürfnis danach sollten wir ernst nehmen, da Entspannung für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit sehr wichtig ist. Welche der oben genannten Methoden liegt Dir am besten? Oder nutzt Du vielleicht mehrere?

Was ist Yoga?

Yoga bedeutet so viel wie „verbinden“. Ursprünglich in der Bedeutung von „anschirren“. Heute geht es darum, die Verbindung von Körper, Geist und Seele zu stärken und sich mit einem höheren Selbst und mit allen anderen Lebewesen zu verbinden. Yoga ist keine Religion, sondern ein altes Übungssystem, die das Leben bereichern und harmonisieren soll.

Die Ursprünge des Yogas liegen in der Suche nach den grundlegenden Fragen des Lebens. Wer sind wir? Warum leiden wir? Wie können wir inneren Frieden und Gelassenheit finden? Yoga ist ein altes Übungssystem, das in Indien seit sehr langer Zeit erprobt und weiterentwickelt wird.

Heute praktizieren Menschen Yoga aus den verschiedensten Gründen:

  • Körperliche Gesundheit: Yoga kann bei der Entwicklung von mehr körperlicher Gesundheit helfen. Es verbessert die Flexibilität, Kraft und Haltung. Es kann dabei helfen, Beschwerden wie Rückenschmerzen abzubauen.
  • Mentale Gesundheit: Es kann helfen, Stress, Ängste und Depressionen zu lindern und geistige Klarheit und Fokus zu fördern.
  • Wiederum für andere ist Yoga eine spirituelle Praxis, um inneren Frieden und spirituelle Tiefe zu erfahren.
  • Yoga bringt auch Menschen zusammen und schafft eine positive Gemeinschaft und Kultur.

Der Mehrwert für den Einzelnen liegt in einer Verbesserung der körperlichen Vitalität durch Kräftigung, gesündere Nerven und bessere Durchblutung. Emotionale Stabilität kann durch einen besseren Umgang mit Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer gefördert werden. Achtsamkeit, kreative Energie und Konzentration bei der Yogapraxis fördern die geistige Klarheit. Letztlich kann das Gefühl einer spirituelen Verbindung entstehen. Manche sagen auch, dass Yoga schlummernde Talente und Fähigkeiten aktivieren kann.

Auch die Gesellschaft kann durch Yoga positiv beeinflusst werden. Indem Yoga Mitgefühl, Respekt und Frieden fördert, kann die Gesellschaft harmonischer werden. Eine gesündere Gesellschaft erfährt mehr Gesundheit und Wohlbefinden und damit weniger Belastungen durch Krankheiten und Stress. Yoga inspiriert auch zu einem bewußterem Leben. Das umfasst auch die ökologische und soziale Verantwortung.

Yoga besteht aus acht Bestandteilen, die in den Yoga Sutras von Patanjali beschrieben wurden: Ethische Prinzipien, innere Disziplin, Körperhaltungen, Atemübungen, Loslassen äußerer Ablenkungen, Konzentration, vollständige Einheit von Geist, Körper und Seele.

Insgesamt gibt es sechs Yogawege.

In westlichen Ländern ist Hatha-Yoga wahrscheinlich am bekanntesten. Hierzu gehören körperliche Übungen, Atemübungen, Entspannungstechniken und allgemein eine gesundere Lebensführung mit einer gesünderen (vegetarischen oder veganen) Ernährung. Hatha-Yoga wird häufig unter verschiedenen Bezeichnungen und auf verschiedene Weisen angeboten: Yin Yoga, Vinyasa Flow, Power Yoga usw. Alles, was die körperliche Praxis betrifft gehört zum Weg des Hatha-Yoga.

Kundalini-Yoga ist der Yoga der Energie. Hierbei geht es um die Reinigung des Astralkörpers, der Energiekanäle (Nadis) und der Energiezentren (Chakren). Im Grunde handelt es sich um Asanas des Hatha-Yogas, die aber länger gehalten werden. Zur Praxis gehören auch Mantras und Meditation. Ziel ist es, die Kundalini, eine Art Energie, zu aktivieren.

Karma-Yoga ist der Yoga des Tuns und des selbstlosen Dienstes. Das Schicksal soll als Chance verstanden werden, die Grenzen des Egos sollen zugunsten einer Verbindung mit allen Wesen aufgelöst werden. In der Praxis kann das heißen, auch Dinge zu tun, die nicht gefallen und trotzdem Freude dabei zu empfinden. Man tut, was getan werde muss, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, ein Beispiel hierfür ist die Eltern-Kind-Beziehung.

Unter Bhakti-Yoga versteht man alles, was das Herz öffnet. Es ist der Yoga der Liebe und Hingabe zu Gott. Das Singen von Mantras, Gebete, Rituale, Erzählen von Geschichten über Heilige und Mythen. Bhakti- und Karma-Yoga gehören zusammen, da zum selbstlosen Dienst auch Hingabe gehört.

Raja-Yoga ist der Weg der Geisteskontrolle. Hierzu gehören mentale Techniken und Meditation. Es geht darum zu verstehen, wie der menschliche Geist funktioniert und eine Art Bedienungsanleitung für ihn zu erhalten. Affirmationen, Visualisierungstechniken, Selbstbeobachtung, Achtsamkeitsübungen und die verschiedenen Meditationstechniken gehören hierzu.

Schließlich kommen wir zu den „Professoren“ unter den Yogis. Jnana-Yoga ist der Weg des Wissens. Hier werden philosophische Fragen gestellt wie: „Wer bin ich? Was ist der Sinn des Lebens?“ usw. Hier beschäftigt man sich auch mit Themen wie Karma und Reinkarnation. Mit der Hilfe verschiedener Meditationstechniken soll man die Wahrheit und sich selbst intuitiv erfahren.

In der Praxis bietet sich an, verschiedene Wege mit einer individuell passenden Gewichtung in den Alltag zu integrieren. Yoga ist so umfassend und ganzheitlich, dass jeder für sich ausprobieren und herausfinden kann, was am meisten nützt.

Namaste liebe Yogafreunde

Namasté liebe Yogis,

Yoga ist meine große Leidenschaft. Ich bin zertifizierter Yogalehrer. Auf ichliebeyoga.de schreibe ich über Yoga, Meditation, Ayurveda, Achtsamkeit, die Philosophie dahinter und wie uns das Ganze helfen kann, besser zu leben.

Wie können wir mehr Gesundheit, weniger Stress, mehr Gelassenheit und Leichtigkeit im Leben erfahren?

Schaue gerne regelmäßig vorbei. Jede Woche erscheinen neue Beiträge.

Ganeshvara

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