Yoga ist das zur-Ruhe-Bringen der Bewegungen im Geist.
Dieses Zitat stammt aus den Yoga-Sutras von Patanjali.
Unsere Gedanken sind immer in Bewegung. Es kommen Erinnerungen auf, sie springen von Emotion zu Emotion oder kreisen um Sorgen über die Zukunft oder Probleme bei der Arbeit usw. Patanjali nennt diese Bewegungen des Geistes auf Sanskrit „Vrittis“. Sie verursachen oft innere Unruhe und können uns daran hindern, im Hier und Jetzt zu sein.
Mit Yoga stehen uns Mittel zur Verfügung, um dieses Gedankenkarussel zu bändigen. Es geht nicht darum, überhaupt nicht mehr zu denken und völlig emotionslos zu werden. Vielmehr geht es darum, innerlich ruhiger zu werden und uns von Emotionen nicht aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.
Auf welche Weisen kann uns Yoga nun hilfreich sein?
Unter Pranayama versteht man Atemübungen. Unser Atem ist eine direkte Brücke zum Geist. Wenn wir unseren Atem kontrollieren, können wir auch den Geist beruhigen. Eine einfache und wirkungsvolle Übung ist beispielsweise die Bauchatmung. Lege Dich dazu auf den Rücken. Lege eine Hand auf den Bauch und Atme ruhig und gleichmäßig ein. Die Lungen füllen sich und der Bauch kommt nach vorne. Atme ruhig und gleichmäßig aus, die Lungen leeren sich und der Bauch senkt sich. Nehme auf diese Weise einige Atemzüge und spüre, wie Du dabei ruhiger wirst.
Mit dem Üben von Asanas (Körperhaltungen) können wir die Aufmerksamkeit auf das Hier und Jetzt lenken. Indem wir uns auf die Asana konzentrieren, nehmen die Gedanken wie von selbst ab. Asanas können auch helfen, den Körper besser zu spüren.
Auch Meditieren ist eine wirkungsvolle, wenn nicht sogar die wirkungsvollste Praxis, um den Geist zu beruhigen. Konzentriere Dich beispielsweise auf Deinen Atem und spüre den Luftzug in Deinen Nasenlöchern oder auf der Oberlippe. Du kannst Dich auf auf ein Mantra oder ein Bild konzentrieren.
Auch im Alltag, außerhalb der Yogamatte, können wir Achtsamkeit üben. Zum Beispiel beim Essen. Gehe am besten alleine zum Mittagessen. Sei in Gedanken ganz beim Essen und nirgendwo anders. Kaue und schmecke bewußt, nehme den Geruch des Essens wahr. Das langsame, bewußte Essen ist auch gesünder, als die Mahlzeit hastig zwischendurch, während mit anderen zu sprechen, einzunehmen. Auch ein Spaziergang kann dabei helfen, achtsamer zu werden.
Erinnerst Du Dich noch an einen Moment, in dem Dein Geist vollkommen ruhig war und Du Dich mit der Welt im Einklang gefühlt hast? Vielleicht nach einer langen Yogapraxis oder bei einem Spaziergang in der Natur?
Wenn Du das nächste Mal auf der Yogamatte stehst, denke an dieses Zitat. Stelle Dir vor, wie Dich jede Bewegung, jeder Atemzug und jeder Moment der Stille näher an diesen Zustand bringt. Ruhe des Geistes, Gelassenheit und Leichtigkeit.
Hier ist ein kurzer Tipp zum besseren Entspannen beim Einschlafen. Viele zählen hier Schäfchen oder ihre Atemzüge. Ich persönlich habe bessere Erfahrungen damit gemacht, mir einen nächtlichen See mit völlig stiller im Mondlicht spiegelnden Wasseroberlfäche vorzustellen, etwa wie im Beitragsbild, denn das Zählen erfordert eine gewisse Aufmerksamkeit, die eher länger wach hält.